Pippi Langstrumpf

Was mich das Cello übers Elternsein gelehrt hat

Hast Du schon einmal einem Cellostück zugehört? Die tiefen, getragenen Töne, die fast im Bauch vibrieren, und dann wieder die leichten, schwungvollen Melodien, die nach oben fließt? Erst durch dieses Wechselspiel und das ist bei jeder Musik so, durch jedes Hoch und jedes Tief, entsteht überhaupt Musik.

Als Kind habe ich selbst Cello gespielt. Und ganz ehrlich: Nicht nur in den Noten gab es diese Höhen und Tiefen, sondern vor allem beim Üben. Ich hatte eine extrem strenge Lehrerin, die große Pläne mit mir hatte – Pläne, für die mir schlichtweg das Talent und auch die Motivation fehlten. Wie oft wollte ich am liebsten das Handtuch schmeißen! Aber damals war ich sehr zurückhaltend, habe meine Gefühle noch mit mir alleine ausgemacht.

Dann kam eine Wendung: Meine Lehrerin fiel für eine Weile aus und ihr Ehemann übernahm den Unterricht. Er begleitete mich am Klavier, wechselte die Perspektive und brachte eine ganz neue Leichtigkeit mit. Plötzlich hat es Klick gemacht. Ich habe verstanden, wofür ich das alles mache, und die Freude kam zurück.

Beim Schreiben fällt mir auf, wie unglaublich viele Parallelen es zum Elternsein gibt.

Auch im Familienalltag gehören die Tiefs genauso dazu wie die Hochs. Es ist absolut normal, gesund und manchmal sogar extrem hilfreich, wenn es mal rumpelt. Denn mal ehrlich: Wer will schon auf einer Achterbahn immer nur bergauf fahren? Erst die Abfahrt gibt dem Ganzen doch erst den richtigen Wumms!

Manchmal hilft es genau wie damals bei mir, die Perspektive zu wechseln, Aufgaben abzugeben oder den Ball in die Hand des anderen zu legen. Erst neulich hatte ich ein Elternpaar im Coaching. Die Mutter hatte jedes Mal ein ungutes Gefühl, wenn Ihr Mann übernehmen wollte, sobald er merkte, dass sie die Situation mit den Kinder extrem forderte – Gefühle von Scham, Wut und der Angst zu versagen, kamen hoch, weil sie die Situation nicht allein „im Griff“ hatte. Im Gespräch wurde klar: Er wollte nicht bewerten, sondern sie von Herzen entlasten. Und er brauchte sie genauso an seiner Seite. Dieses Erkennen hat den beiden so viel Druck genommen. Sie konnten wieder wertschätzender miteinander umgehen und man sah ihnen die Erleichterung in den Augen.

Mein Impuls für Dich heute

Wenn es das nächste Mal kracht oder die Wogen hochschlagen, bevor Ihr in den gegenseitigen Konflikt rauscht, halte kurz inne und stelle Dir (oder Euch) eine dieser Fragen:

  • Was brauche ich gerade wirklich? (Ist es Entlastung, eine kurze Pause oder einfach das Gefühl, gesehen zu werden?)
  • Welche Absicht unterstelle ich meinem Gegenüber? (Will mein Partner/meine Partnerin wirklich alles besser wissen – oder einfach nur unterstützen?)
  • Kann ich in dieser Situation Vertrauen schenken und abgeben? (Und erlaube ich mir, dass Dinge auch mal anders gelöst werden als von mir?)

Das Leben und der Erziehungsalltag sind kein Dauerton, sondern eine Melodie mit laut und leise, schnell und langsam, hoch und tief.

Wenn ich zurückblicke, weiß ich, wie gut es mir damals getan hätte, schon früher auszusprechen, wie lähmend die Strenge meiner Cellolehrerin für mich war. Dinge nicht allein mit sich auszumachen, verändert oft alles.

Wenn sich bei Dir gerade alles schwer anfühlt und Du Dir neue Perspektiven wünschst, um wieder Deinen oder Euren gemeinsamen Rhythmus zu finden: Melde Dich bei mir. Ich bin da, um Dich zu unterstützen!

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Liebe Grüße

Isabelle

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