Wie kleine Taten viel in der Familie ändern können
Ich war am Wochenende in Bonn im Haus der Geschichte und stand total gerührt vor der riesigen Videoinstallation, die die letzten paar Stunden bis zum Öffnen der DDR-Grenzen am 9.11.1989 zeigt. Was ein weltbewegender glücklicher Moment. Auch wenn ich selber damals erst 11 Jahre alt war und die Bedeutsamkeit erst später in der Dimension begriff, hat es mich am letzten Samstag emotional sehr bewegt, was da an vielen kleinen Rädchen zusammenkam, um eine Wiedervereinigung möglich zu machen.
Und wie der Zufall es so will, hat mich gestern ein Buchtitel in der Buchhandlung total angesprochen: „Hoffnunglos optimistisch“ von Dirk Steffens. Auf Seite 89 (ganz zufällig natürlich 😊) bin ich über ein Zitat gestolpert, das auf der Berliner Mauer stand. Es hat mich sofort innehalten lassen:
„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern!“
Wenn das mal nicht Hoffnung macht – für die vielen Themen unserer Welt gerade! Damals waren sicher viele Menschen hilflos und ohnmächtig vor Verzweiflung.
Kennst auch Du das Gefühl, hilflos zu sein, weil die Situation mit Deinem Kind festgefahren scheint. Manchmal fühlt es sich so an, als könne man gegen die täglichen Konflikte, den Stress und die festen Mauern gar nichts mehr ausrichten.
Die Welt beginnt im Kinderzimmer
Oft denken wir, wir müssten das Rad komplett neu erfinden oder eine riesige pädagogische Revolution starten, damit es zu Hause entspannter wird. Aber die Wahrheit ist: Du hast die Macht zur Veränderung bereits in Dir. Es sind die vielen kleinen Dinge, Deine Gedanken und Dein Verhalten im Alltag, die die Richtung Deiner Familie bestimmen.
Vor ein paar Wochen hatte ich ein Elterncoaching mit einer Mutter, die plötzlich sehr berührt und nachdenklich wurde. Wir haben gemeinsam einen Perspektivwechsel gewagt:
„Wie nimmt Dein Sohn Dich und Dein Verhalten ihm gegenüber gerade eigentlich wahr? Wie fühlt er sich dabei? Was könnte ein guter Grund für seine Rebellion sein?“
In diesem Moment wurde ihr bewusst, dass sie in letzter Zeit – verständlicherweise durch den Stress – kaum noch liebevoll mit ihm gesprochen hat. Sie war genervt, in Mustern gefangen und hat ihn nur noch durch die „Problem-Brille“ als rebellisches Kind gesehen. Diese Erkenntnis war schmerzhaft, aber gleichzeitig unglaublich befreiend. Denn ihr wurde klar:
Ich kann das ändern. Heute. In der nächsten Minute.
Der kleine Beitrag mit großer Wirkung
Ich möchte Dich heute ermutigen: Fang bei Dir an. Du musst nicht perfekt sein. Es reicht, wenn Du beginnst, die Welt, Dich als Mutter/ Vater (und dein Kind) wieder ein bisschen anders und vielleicht auch positiver wahrzunehmen.
- Vielleicht ist es ein bewusstes Lächeln beim Aufstehen.
- Vielleicht ein tiefer Atemzug, bevor Du auf eine „gefühlte Provokation“ reagierst.
- Ein kleines Kompliment an Dich: „Du hast die Situation heute souverän gelöst!“
- Ein liebevolles Wort zwischendurch, das Dein Kind in diesem Moment gar nicht erwartet hat.
- Ein Kaffee, den Du ganz bewusst warm zu Ende trinkst, bevor Du auf das nächste „Mama!“ oder „Papa!“ reagierst.
- Oder eine Situation, die Du mit Humor statt mit Strenge gelöst hast und Dich dafür feierst.
Diese „vielen kleinen Dinge“ verändern vielleicht nicht sofort die ganze Welt – aber sie verändern Dich und die Welt Deines Kindes. Und damit veränderst Du alles.
Du bist nicht machtlos. Du bist Gestalter Eures Miteinanders.
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Ich bin Isabelle, Elterncoach, Erziehungsberaterin und 3-fach Mutter.
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