Ich bin gefeuert! Ein T-Shirt meines Sohnes packt aus…
mein jüngster Sohn (13) stand stolz an Weihnachten vor mir und überreichte mir feierlich sein Geschenk. Als ich es aufmachte, war ich erst einmal zutiefst gerührt. Ein schickes blaues T-shirt und in großen Lettern stand dort:
„Mami, Du bist mein Superstar!“
Doch dann las ich weiter, denn das T-Shirt war im ersten Moment noch gefaltet. Und hier kam die zweite Wahrheit, die in dem Spruch steckte:
„…auch wenn ich manchmal nicht Dein Fanclub bin.“
Autsch. Man liest „Superstar“ und das Herz geht auf, nur um im nächsten Halbsatz direkt wieder „gefeuert“ zu werden.
Im zweiten Moment wurde mir klar: Dieser Spruch ist das Beste und Ehrlichste, was mein Sohn – besonders als angehender Teenager – mir sagen kann.
Warum? Es ist das Ziel der Entwicklung unserer Kinder, sich von uns abzugrenzen. Und deshalb haben wie oft zwei Herzen in unserer Brust. Würden sie immer in der ersten Reihe stehen und mit den Pompons wedeln, kämen sie nie in ihre eigene Kraft. Sie müssen uns hinterfragen, unsere Regeln doof finden und auch mal „austreten“ aus dem Fanclub, um ihre eigene Identität zu finden.
Gerade eben hatte ich wieder eine ewige Diskussion darüber, ob bei Schnee und Eis ein Fahrradhelm die Frisur zerstört oder Leben rettet, puh! Da habe ich definitiv keine Autogramme gesammelt.
Dass er mich trotzdem als „Superstar“ sieht, rührt mich ungemein, auch wenn er mir zugegeben hat, dass ihm ChatGPT bei der Spruchsuche geholfen hat, haha…
Damit wir diesen „Fan-Boykott“ als Eltern gut leben können, habe ich Euch im Folgenden 6 Impulse zusammengefasst:
- Nicht persönlich nehmen: Wenn der Fanclub streikt, ist das kein Zeichen von mangelnder Liebe, sondern von gesundem Wachstum. Atmet tief durch – es liegt nicht an Euch, es liegt an der Biologie!
- Humor als Rettungsring: Wenn es kracht, erinnert Euch an den T-Shirt-Spruch. Manchmal hilft ein inneres Grinsen über die Absurdität der Situation mehr als jede Standpauke.
- Vertrauen in die Vorarbeit: Dein Kind traut sich nur deshalb, den Fanclub kurzzeitig zu verlassen, weil es sich der Liebe absolut sicher ist. Das ist ein gutes Zeichen Eurer engen Beziehung!
- Exklusiv-Zeit ohne „Fan-Druck“: Sucht Momente, in denen Ihr einfach nur zusammen seid, ohne Erziehungsthemen. Gemeinsam schweigen oder einen Film schauen reicht oft schon, um das Band zu halten.
- Selbstfürsorge: Wenn der Fanclub Pause macht, nutzt die Zeit für Euch! Tut Dinge, die Euch gut tun. Die Fans kommen wieder (versprochen!).
- Sei dein eigener größter Fan: Wenn der Applaus von den Kindern ausbleibt, ist es Zeit, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Ihr macht einen tollen Job, auch wenn gerade niemand klatscht. Feiert Eure eigene Ausdauer und Eure Geduld.
Reflektions-Quickie
Coaching ist oft nichts anderes, als neue Fragen für neue Perspektiven zu stellen. Hier sind drei Fragen für dein persönliches Mini-Elterncoaching:
- Woran merke ich heute, dass mein Kind mir genug vertraut, um bei mir ‚echt‘ (und damit auch mal anstrengend) zu sein?
- Was brauche ich heute für mich selber, auch wenn der Applaus ausbleibt?
- Welcher kleine Moment der Verbindung war heute trotz allem da?
Kannst Du Dich an Aktionen erinnern, wo Du Superstar oder auch mal ohne Fans warst? Schreib mir gerne in die Kommentare.
Ich freue mich auf unser Gespräch
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Ich bin Isabelle, Elterncoach, Erziehungsberaterin und 3-fach Mutter.
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