Von Spiel zu Spiel:
Warum wir als Eltern jeden Tag neu entscheiden dürfen
Manchmal läuft im Familienalltag alles wie am Schnürchen. Wir sind geduldig, die Kinder kooperieren und wir können unser Glück kaum fassen. Kennt Ihr diese Tage? Haben Sie bei Euch auch ein kurzes Haltbarkeitsdatum?
Ich vergleiche den Alltag einer Familie gerne mit dem Prozess einer Geburt: nämlich den Wehen. Sie kommen und gehen, so dass wir uns auch zwischendurch mal wieder ausruhen können (für kurze Zeit). Das kann täglich sein: Gerade war noch eine sehr heftige Geschwisterstreitwehe und plötzlich ist wieder alles gut. Oder ist es phasenweise: Ein Kind war immer wieder krank und nun ist es seit ein paar Wochen fit und ausgeglichener. Ohne diese Ruhephasen kommen wir an unsere Grenzen.
Die meisten Eltern kommen zu mir, da sie ein Elternsein ohne Wehen wollen. Das ist total nachvollziehbar. Denn diese Tage, die sich wie Kaugummi ziehen, an denen gefühlt alles schiefgeht, jede Strategie ins Leere läuft und wir mit unseren Kindern nicht auf einen grünen Zweig kommen, könnten wir gerne streichen. Und wenn noch mehr Kinder da sind, wird es immer komplexer.
Wie kannst Du einen Weg oder eine Haltung finden, der oder die Euch gut tut?
Die häuftigste Erkenntnis, die viele Eltern in meinen Coachings erhalten, ist:
Elternschaft ist kein optimiertes Ziel, das man einmal erreicht, sondern ein Prozess, den wir jeden Morgen neu beginnen.
Ein Vater hatte neulich in unserem Coachinggespräch ein Bild, das ihn an sein Elternsein erinnerte. Ihm fiel der Vergleich zu einer langen Fußballsaison ein, in der sich die Mannschaft Taktiken zurechtlegen kann, dann aber individuell auf die Situationen reagieren muss und das als Teil des Spiels annimmt und nicht jedes Mal verzweifelte.
Sein neues Mantra als Vater lautete:
„Ich denke ab sofort von Spiel zu Spiel.“
Mal steht man als Vater sicher, mal geht ein Pass daneben – und genau dann geht es darum, die Verantwortung zu übernehmen, kurz zu reflektieren und am nächsten Morgen in der Familie mit einer frischen Aufstellung neu zu starten. Als Mutter oder Vater kannst Du nicht kontrollieren, dass immer alles wie am Schnürchen läuft. Du kannst aber jede Situation neu entscheiden, wie Du Deinem Kind begegnen möchtest. Das klappt mal besser und mal schlechter! Herzlichen Glückwunsch – Du bist ein Mensch!
Wie auch Du diese „Spiel-zu-Spiel“-Mentalität des Vaters für mehr Gelassenheit nutzen kannst, schreibe ich Dir in vier Ideen.
Vier Impulse für Deine tägliche Verantwortung
Wenn es mal nicht „wie am Schnürchen“ läuft, helfen Dir diese vier Schritte, um wieder in Deine Kraft zu kommen:
- Die Situation annehmen (Das Live-Spiel): Akzeptiere, dass Kinder (und wir selbst) keine Maschinen sind. Wenn ein Kind einen „Steilpass“ in Form eines Wutanfalls spielt, bringt es nichts, mit dem Schicksal zu hadern. Atme durch und reagiere auf das, was jetzt gerade vor dir liegt, nicht auf das, was du dir heute Morgen vorgenommen hattest oder was Du Dir im Geheimen eigenlich von Deinem Kind erwünschst/ erwartest.
- Reflexion in der „Halbzeit“: Nutze ruhige Momente (wenn die Kinder schlafen oder du kurz durchatmen kannst), um kurz innezuhalten: Warum habe ich gerade so reagiert? Was hat mich getriggert? Diese Reflexion als eine Art „Spielanalyse“ ist der Schlüssel, um beim nächsten Mal souveräner zu bleiben. Du erkennst Muster in Deinem Verhalten, die förderlich oder auch konfliktanfachend waren und kannst diese ändern.
- Verantwortung statt Schuldgefühle: Echte elterliche Führung zeigt sich darin, wie wir mit Fehlern umgehen. Wenn Du mal laut geworden bist, übernimm die Verantwortung. Entschuldige Dich bei Deinem Kind. Damit zeigst Du ihm: Wir können Fehler machen, daraus lernen und es beim nächsten Mal besser versuchen.
- Der tägliche Neustart: Egal wie der gestrige Tag war – heute werden die Karten neu gemischt. Nimm den Ball wieder an und starte mit frischer Energie. Du musst kein perfekter Profi sein; es reicht, wenn du in der Kreisliga spielst und bereit bist, jeden Tag aufs Neue zu lernen. Und das Gute: Unsere Kinder geben uns eh wieder so viele Gelegenheiten dazu – der nächste Konflikt kommt so oder so.
Dein nächster Schritt: Brauchst du Unterstützung bei deiner „Taktik“?
Wenn Du merkst, dass die schwierigen Tage gerade überwiegen und Du Dir mehr Klarheit und Gelassenheit in deinem Erziehungsalltag wünscht, bin ich gerne für Dich da. Dem Vater hat die Erkenntnis „Von Spiel zu Spiel“ Druck rausgenommen, es vorher alles richtig wissen und machen zu müssen. Gemeinsam können auch wir auf deine individuelle Situation schauen und Wege finden, wie Du Deine Kinder mit mehr Freude und Sicherheit begleiten kannst. Ich helfe Dir gerne.
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Ich bin Isabelle, Elterncoach, Erziehungsberaterin und 3-fach Mutter.
Ich gebe Dir Sicherheit im Umgang mit Deinem Kind.
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