Pippi Langstrumpf

Die Entdeckung der Langsamkeit

Wenn Eltern aufhören zu drängeln und eckter Kontakt entsteht

„Schnell, zieh die Schuhe an!“, „Wir müssen los!“, „Beeil Dich mal!“ – wie oft sagst Du diese Sätze am Tag? Unsere Erwachsenenwelt ist getaktet, effizient und zukunftsorientiert. Kinder leben dagegen im absoluten Hier und Jetzt.

Genau hier liegt eine riesige Chance für echten Kontakt. Meine Frage für Dich zum Nachdenken und Ausprobieren:

Was passiert, wenn Du heute für nur zehn Minuten das Tempo Deines Kindes annimmst und Dich voll und ganz auf seine Logik einlässt?

Egal, wie alt Dein Kind gerade ist – das Einchecken in seine Welt funktioniert in jedem Alter auf eine ganz eigene Weise:

  • Im Kleinkindalter: Wenn Dein Kind auf dem Gehweg bei jedem Kieselstein stehen bleibt, bleib mit stehen. Untersuche die Pfütze mit ihm. Schau hin, ohne zu drängeln.
  • Im Kindergartenalter: Wenn es Dir zum zehnten Mal haargenau erklären will, wie seine Lego-Rennbahn funktioniert, hör zu, als wäre es die spannendste Dokumentation Deines Lebens.
  • Im Grundschulalter: Wenn Dein Kind auf dem Heimweg trödelt, weil es auf den Mauern balancieren muss, nimm Dir die Zeit. Balanciere eine Runde mit oder warte einfach voller Stolz ab.
  • Im Teenageralter: Wenn Dein Kind regungslos auf dem Bett liegt, stundenlang Musik hört oder am Handy daddelt, setz Dich einfach mal schweigend für zehn Minuten dazu. Ohne Fragen zu stellen, ohne zu bewerten, voller Interesse. Einfach nur Co-Existieren.

Indem Du Dein Tempo drosselst, signalisierst Du Deinem Kind: Deine Welt ist wichtig. Und ganz nebenbei ist es die schönste, stressfreieste Pausenübung für Dich selbst.

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