Du machst gerade alles richtig!
Atme durch – Ein Brief an Dein schlechtes Gewissen
ich möchte Dir heute als Erstes eines sagen, dass Du vermutlich viel zu selten hörst:
D u m a c h s t g e r a d e a l l e s r i c h t i g.
Du stehst jeden Tag auf für Deine Familie. Du gibst alles für Deine Kinder. Du bist für sie da, tröstest sie, erklärst die Welt, verhandelst über Gemüse, Schlafens- oder Handyzeiten und versuchst, ihnen den besten Weg zu ebnen. Erziehung ist letztlich nichts anderes, als Deine Liebe, Deine Werte und Deine Begeisterung für das Leben mit Deinen Kindern zu teilen. Hm, hört sich toll an, aber klappt das auch immer?
Es gibt Momente, da spürst Du diese tiefe Verbindung ganz genau. Du merkst, wie Deine Kinder Deine Nähe suchen, Dir vertrauen und Deine Geborgenheit genießen. Das weißt Du, weil Du es bereits oft erfahren hast.
Und doch… erlebst Du gerade nicht das harmonische und entspannte Familienleben, das Du Dir so sehr wünschst? Ist der Alltag oft von Stress, Schimpfen und Erschöpfung geprägt?
Aus meiner Erfahrung als Elterncoach weiß ich: Meistens liegt es nicht an Deiner Liebe oder Deinem Einsatz. Es liegt an den unsichtbaren Hindernissen, die wir uns im vollgepackten Familienalltag oft selbst in den Weg legen:
- Die Selbstentwertung: Du zweifelst ständig an Dir und denkst, andere Eltern machen das viel besser. Wieso macht das Nachbarskind nie Mucken, wenn es darum geht, dass wir einen Ausflug gemeinsam machen? Wieso gibt es beim Freund meines Sohnes nie Hausaufgabenstreit?
- Das Misstrauen: Du glaubst in stressigen Momenten nicht an Dein Kind, sondern denkst, es will Dich absichtlich provozieren oder „tanzt Dir auf der Nase herum“. „Wieso kann es nicht einmal auch machen, was ich will und macht immer Stress? Es sieht doch, dass ich nicht mehr kann.“
- Die Überforderung (Mental Load): Du lädst Dir viel zu viel auf Deine Schultern. Du willst den Haushalt tippitoppi führen, die Termine aller managen und vergisst Dich selbst dabei oft. Apropos, hast Du heute schon ein Glas Wasser getrunken?
- Der Superhelden-Komplex: Du erwartest von Dir, alles perfekt und bitteschön allein zu rocken. Hilfe anzunehmen fühlt sich für Dich wie ein Eingeständnis von Schwäche an. Du erwartest aber vielleicht auch von Deinen Kindern, dass sie gut „funktionieren“?
Diese vier Hindernisse tauchen übrigens bei allen Eltern auf: Bei denen mit dem ersten Baby genauso wie bei Familien mit drei Teenagern.
Auch ich stolpere immer wieder darüber. Erst neulich gab es so einen Tag: Mein einer Sohn hatte keinen Bock zu helfen, eine E-Mail musste noch dringend raus, mein anderer Sohn konnte ein Arbeitsheft für die Schule nicht finden, ich hatte total Hunger, unsere Nerven lagen blank – BÄHM – und ich dachte nur: „Echt jetzt? Warum kriege ich das nicht eleganter hin?“ Ehrlicherweise finde ich das in solchen Momenten echt bescheuert.
Aber es hilft ja nichts. Einmal gestolpert, mache ich es mir nicht leichter, wenn ich mich danach auch noch mit Schuldgefühlen plage.
Es ist okay. Es geht nicht darum, immer alles richtig zu machen. Das geht mit Kindern schlichtweg nicht. Pläne fallen zusammen, Gefühle kochen über – das ist das echte Leben. Also erlaube ich mir, Fehler zu machen und dann daraus zu lernen. Ich nehme mir Zeit, um das Hindernis zu erkennen, atme durch und ändere meinen Fokus.
Wie mache ich das?
Es ist nicht nur wichtig, was Du für Deine Familie tust. Es ist entscheidend, WIE Du es tust – und mit welcher Energie Du Deinen Kindern begegnest.
Ein kurzer Check-in für Deinen Familienalltag:
- Wie stark glaube ich gerade an mich und meine Fähigkeiten als Elternteil?
- Was würde eine Nachbarin über mich sagen, wenn sie meine Stärken als Mutter oder Vater beschreiben würde? Sind mir diese bewußt oder sehe ich nur die Defizite?
- Sorge ich für genug Pausen und Regeneration für mich selbst, oder gebe ich nur Vollgas, bis mein eigener Akku komplett leer ist?
- Welche Erwartungen an Sauberkeit, Harmonie und Perfektion darf ich heute mal herunterschrauben – bei meinen Kindern und bei mir?
Neue Wege in der Erziehung liegen oft außerhalb unserer Komfortzone. Alte Muster zu durchbrechen, ist unkomfortabel. Lass das zu, auch wenn es sich im ersten Moment unangenehm anfühlt und Du Fehler absolut vermeiden möchtest.
Du machst gerade alles richtig, auch wenn es Dir im Erleben noch nicht so vorkommt. Wenn Du magst, lass uns das gemeinsam anschauen, wie Du trotz oder gerade wegen all dem Familientrouble im Reinen mit Dir sein kannst und was es vielleicht ganz kleines braucht, dass Du das auch so wahrnehmen kannst. Es ist so erleichternd – ich spreche aus Erfahrung 😊
Lass uns Euer Familienchaos gemeinsam sortieren. Ich begleite Dich gerne dabei, den Druck rauszunehmen, die mentalen Handbremsen zu lösen und wieder mehr Freude in Deinem Alltag mit den Kindern zu bringen. Es geht hier um Dich, Dein Bewusstsein und was Du aktiv lenken und ändern kannst.
Isabelle
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Ich bin Isabelle, Elterncoach, Erziehungsberaterin und 3-fach Mutter.
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