Pippi Langstrumpf

Wenn Dein Kind ein Fremder im Café wäre…

Wann hast Du Dein Kind das letzte Mal so richtig bestaunt?

im Alltagstrubel sehen wir unsere Kinder oft durch die „To-Do-Brille“: Hat es die Zähne geputzt? Sind die Hausaufgaben fertig? Warum liegt die Jacke schon wieder auf dem Boden? Dabei übersehen wir ganz leicht, wer da eigentlich vor uns steht.

Drehen wir den Spieß heute mal um. Stell Dir vor, Du triffst Dein Kind heute zum allerersten Mal im Café wie bei einem Blind-Date?

Wenn Du Dein Kind heute wie einen faszinierenden, neuen Bekannten beobachten würdest: Was würde Dich an seiner Persönlichkeit am meisten beeindrucken?

Was könntest Du entdecken?

Ist es …

…die unbändige Kreativität beim Bauen mit Legosteinen?

…sein feiner Sinn für Humor?

…das unbeschwerte, lauthals und völlig schief (aber glückliche) Mitsingen beim Radio?

…der clevere Scharfsinn, mit dem plötzlich Argumente in einer Diskussion vorgebracht werden, die uns Erwachsene sprachlos machen?

…die Offenheit, mit der auf neue Menschen oder Situationen zugegangen wird?

…die Beobachtungsgabe, wenn viel los ist, erstmal mit Ruhe die Lage zu checken?

…die tiefgründigen Fragen vor dem Einschlafen, die zeigen, wie intensiv dieses junge Gehirn bereits über das Leben nachdenkt.

…die ansteckende Begeisterung, mit der von einem Lieblingsthema, einem Spiel oder einem Video erzählt wird?

…das wachsende Trend- und Stilbewusstsein, wenn ganz eigene Kleidungskombinationen gewählt werden, die die eigene Persönlichkeit ausdrücken.

…die körperliche Geschicklichkeit, wenn eine neue Bewegung, ein neuer Sprung oder ein neuer sportlicher Trick so lange geübt wird, bis es klappt.

Nimm Dir heute oder in den kommenden Tagen (Vielleicht habt Ihr ja bereits Ferien) fünf Minuten, um Dein Kind einfach nur zu bestaunen – ganz ohne Erziehungsauftrag. Du wirst überrascht sein, was Du entdeckst!

Ihr merkt vielleicht, dass ich momentan sehr als Kinder-Botschafterin unterwegs bin, da ich in meiner täglichen Arbeit mit Eltern beobachte, dass auf die Kinder viel Sorgen und Probleme projiziert werden.
Je mehr wir den destruktiven, verärgerten oder ängstlichen Fokus auf unsere Kinder legen, desto verunsicherter reagieren diese. Ich beobachte, je mehr wir als Eltern wieder einen Schritt zurücktreten und nochmal mit neutralem wohlwollendem Blick auf uns als Familie und das jeweilige Verhalten schauen, desto einfacher lösen sich verkrustete Strukturen und eingefahrene Muster.
Ein Vater, nachdem er eigentlich so sehr darauf gehofft hatte, dass ich ihm Tipp und Tricks sage, wie er seinen Sohn wieder „funktionsfähig und kooperierend“ machen könnte, war am Ende der Zusammenarbeit überrascht und sehr froh darüber, dass er mit seiner eigenen Verhaltensänderung so viel Positives bewegen konnte, ohne den Druck auf seinen Sohn zu erhöhen.

Das motiviert mich jeden Tag, Euch als Eltern zu begleiten!

Schreib mir gerne, was Du bei Deinem Kind als „Fremden“ entdeckt hast, ich würde mich sehr über Deine Nachricht freuen und antworte immer persönlich 😃

Isabelle

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