Pippi Langstrumpf

Viele empfohlene Verhaltensweisen gegenüber Kindern sind aus meiner Sicht von Einspurigkeit geprägt.

  • „Du musst immer konsequent sein – sonst tanzen sie Dir auf der Nase rum“
  • „Du darfst keine Ausnahmen machen.“
  • „Jetzt musst Du es auch durchziehen.“
  • „Wer A sagt, muss auch B sagen.“
  • „Du darfst Dein Kind nicht verwöhnen.“
  • „Was auf den Teller kommt, muss aufgegessen werden.“

Solche Einspurigkeiten können das Leben mit Kindern unglaublich erschweren.
Daher rate ich Dir das große UND zu leben.

Was meine ich damit?

Regeln sollten selbstverständlich konsequent durchgezogen werden UND sie dürfen auch gebrochen werden.
Medienzeit sollte begrenzt sein UND sie darf auch mal verlängert werden.
Mit Nahrungsmittel sollte sorgsam umgegangen werden UND es ist aus meiner Sicht nicht ok, Kinder zum Aufessen zu zwingen.
Kinder sollten Freiräume und Freiheiten genießen UND wir stecken den Rahmen innerhalb derer es möglich ist.
Der Tag hat eine Struktur und Planung UND wir dürfen für Überraschungen und Änderungen offen sein.
Kinder haben feste Bettgehzeiten UND wir können sie auch mal länger wach lassen.
Du kannst stolz auf Dein Kind sein, wenn es alleine ein Buch lesen möchte UND Du darfst darüber traurig sein, dass es Dich jetzt abends dazu nicht mehr braucht.

Das große UND ist eine Möglichkeit, sich in allen Dingen des Alltags flexibel zu halten. In Unerwartetem müssen wir kein Problem, sondern können eine Chance sehen. Das große UND vereinbart Gegensätze und das zu erleben, ist für Kinder wichtig:

„Ich finde es nicht ok, dass Du Deine Schwester gehauen hast, UND ich habe Dich trotzdem lieb.“
„Mich macht es wütend, dass ich keine Hilfe beim Aufräumen erhalte UND ich bin mir sicher, wir finden dafür eine Lösung“
„Ich sehe, dass Du sauer bist, dass wir heute nicht ins Kino gehen, da der Film nicht mehr läuft UND gleichzeitig müssen wir jetzt andere Ideen entwickeln, was wir stattdessen machen können.

Die UND-Haltung ermöglicht Begegnungen auf Augenhöhe mit gegenseitigem Respekt – Dein Schlüssel für mehr Gelassenheit.

Kennengelernt habe ich diese Haltung im Improvisationstheater. Dort heißt es das „YES, AND…“-Prinzip und ist ein grundlegendes Kommunikationsprinzip.
Dabei wird jeder Beitrag des Kommunikationspartners als Angebot und Geschenk verstanden, das nicht zerstört, sondern ergänzt und ausgeweitet wird. Wenn ein Schauspieler also beginnt eine improvisierte Szene zu spielen, kommt ein anderer dazu und bringt seine Ideen mit ein.
Der gute Fortlauf der Szene kann nur funktionieren, wenn der erste Schauspieler diese nicht abblockt, sondern darauf wohlwollend eingeht.

Und so ist es auch im Täglichen, wenn wir unseren Blick öffnen.
Probiere es gerne einmal aus und begegne der nächsten kniffligen Situation mit der UND-Haltung. Du wirst sehen, wie viel leichter es geht.

Schreib mir gerne Deine Erfahrungen und ob Du noch weitere Ideen dazu hast.

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