Sicherheit Spenden, wenn alles schief geht: Wenn Dein Kind sich traut, frustriert zu sein
Wir denken bei Sicherheit oft an Kindersitze oder Treppengitter. Doch die kraftvollste Sicherheit, die wir unseren Kindern schenken können, ist unsichtbar: Es ist das tiefe Wissen in ihnen, dass sie bei uns bedingungslos sie selbst sein dürfen.
Wahre Bindung entsteht dort, wo ein Kind sich nicht verstellen muss, um geliebt zu werden.
Wenn Dein Kind spürt, dass es mit seiner ganzen Wut, seinem Frust, seiner Angst oder seinem tiefsten Kummer zu Dir kommen kann, dann wächst ein unerschütterliches Vertrauen. Es ist das Gefühl:
„Egal, was passiert oder wie ich mich gerade verhalte – meine Eltern sind für mich da und haben mich lieb.“
Oh Mann, das ist ein so starker Satz, der so kraftvoll in seiner Umsetzung wäre, wenn er uns immer gelingen würde. Klar, lieb haben wir sie, aber spüren sie es auch, wenn sie uns auf die Nerven gehen? Ein hoher Anspruch, der kaum zu erfüllen ist und vielleicht denkst Du jetzt:
„Mist, ob ich das immer schaffe?“
Eine Geschichte eines Vaters dazu passend hat mich vor ein paar Jahren total berührt und ist mir bis heute im Gedächtnis:
Als er einen Anruf bekam, dass sein Sohne wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus sei, hatte er viele Gefühle gleichzeitig ins sich. Seine erste Reaktion im Krankenhaus, als er in das Zimmer trat und seinen Sohn da liegen sah, war EINE DICKE FESTE UND SICHERE UMARMUNG, bei der sein Sohn in Tränen ausgebrach und schluchzte „Es tut mir so leid, es tut mir so unendlich leid, das werde ich nie wieder tun“ Genau dieser kleine Moment hat dem Sohn so viel bedeutet. Er wusste, dass sein Verhalten voll daneben war, aber auch, dass er bei seinem Vater in Sicherheit war. Dass die beiden anschließend ein ernstes Wort gesprochen haben, er mit seinen Konsequenzen umgehen musste, sich bei den Gastgebern der Party zu entschuldigen etc. war außer Frage, aber diese erste Moment machte den Unterschied.
Emotionale Sicherheit heißt nicht Perfektion. Wir dürfen gestresst oder ungeduldig sein, und wir dürfen klare Grenzen setzen, wo unsere Werte verletzt werden. Entscheidend ist die Haltung: Der Vater im Krankenhaus hätte wüten können – er entschied sich für die Annahme.
Es geht darum, im Alltag zu signalisieren: „Ich sehe dich.“ Das passiert in winzigen Momenten: Wenn du das Handy weglegst, um zuzuhören, oder dein Kind einfach hältst, während es von seinen Gefühlen überrollt wird.
Ein Kind, das sich so angenommen fühlt, muss keine Energie für Schutzmauern verschwenden. Es nutzt sie stattdessen, um die Welt zu entdecken und um zu lernen, wie es mit seiner eigenen Wut oder Trauer umgehen kann. Das ist anstrengend, aber essenziell. Du schenkst diesen Rückhalt oft ganz banal: ein kurzes Zunicken, ein echtes Lächeln oder das Wissen, dass es nach einem Streit immer wieder ein freundliches „Hallo“ gibt.
Wie hättest Du reagiert, mal ganz ehrlich?
Vielleicht kennst Du auch bei Euch Situationen, bei denen Du die Wahl hast, loszupoltern oder Deinem Kind Sicherheit zu schenken?
Jedes Mal, wenn Du kleine Signale sendest oder wenn Du so wie der Vater im Beispiel die Gefühle Deines Kindes zulässt, ohne sie zu bewerten, stärkst Du Eure Verbindung ein kleines Stück mehr.
Sicherheit ist kein starres Regelwerk, sondern eine innere Haltung. Der Humanist Albert Schweitzer brachte es auf den Punkt:
„Wahre Menschlichkeit zeigt sich dort, wo wir dem anderen Raum geben, einfach nur zu sein.“
Genau das ist der Kern emotionaler Sicherheit. Wir müssen nicht jedes Problem sofort lösen oder pädagogisch perfekt reagieren. Oft reicht es völlig aus, dieser sichere Raum zu sein, in dem unser Kind mit all seinen Fehlern und Gefühlen einfach „sein“ darf.
Ich bin gespannt: Vielleicht gibt es bei Dir heute noch so einen kleinen Moment? Standpauke oder Umarmung?
Schreib mir gerne.
Wir alle wissen, dass die Theorie oft einfacher ist als der echte Alltag mit Kind. Wenn Du merkst, dass Du immer wieder an Deine Grenzen stößt, Dich Dein schlechtes Gewissen plagt oder deine Reaktionen oft anders ausfallen, als Du es Dir eigentlich wünschst, lass uns reden. Im Elterncoaching arbeiten wir ganz praktisch daran, wie Du in schwierigen Momenten die Ruhe bewahrst und Sicherheit vermittelst, statt nur zu reagieren. Melde Dich gerne für einen ersten Termin bei mir.
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Ich bin Isabelle, Elterncoach, Erziehungsberaterin und 3-fach Mutter.
Ich gebe Dir Sicherheit im Umgang mit Deinem Kind.
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