Pippi Langstrumpf

Besondere Kind: Wenn das Leben eine „Extra-Portion“ für uns Eltern serviert

gestern Morgen saß ich am Küchentisch und wie es die Natur und die Sonne hier in Hamburg so wollte, bemerkte ich, dass etwas anders war: Besonders! Eine der Kerzen hatte einen anderen Weg gewählt.
Ich könnte Dir jetzt sagen: Finde den Fehler oder finde die Besonderheit.

Dabei sind mir einige Familien eingefallen, die ich in den letzten Wochen begleiten durfte. Alle hatten eines gemeinsam. Sie hatten als Eltern alle ursprünglich ein Wunschbild im Kopf: Ein Bild von Familienausflügen, die harmonisch verlaufen. Ein Bild von Geschwistern, die sich liebhaben und friedlich miteinander spielen. Von Kindern, die „einfach so“ mitlaufen und glatt durch die Schule spazieren, im Sandkasten teilen und abends friedlich und pünktlich einschlummern. Ein Bild von einer Familie, die keine Rebellion, Wutausbrüche, Regelmissachtungen, Angstattacken oder Kraftwörter kennt.

Und dann ist da die R e a l i t ä t.

Vielleicht ist eines Deiner Kinder besonders laut, besonders schüchtern, besonders frech, besonders aggressiv, besonders oft krank oder einfach besonders „gefühlsstark“. Während andere Eltern über die Farbwahl der Gummistiefel diskutieren, managst Du vielleicht gerade den dritten Meltdown des Tages oder liegst nachts wach, weil die Sorgen um die Entwicklung Deines Kindes Dich nicht schlafen lassen.

Das Gefühl, ein „besonders dickes Brett“ zu bohren

Wenn ein Kind nicht der vermeintlichen „Norm“ (und normalerweise verabscheue ich dieses Wort in diesem Zusammenhang, da es dies aus meiner Sicht nicht bei Menschen gibt. Du weißt aber hoffentlich, was ich damit meine) entspricht – egal ob es rebelliert, sich ängstlich zurückzieht oder emotional alles intensiver erlebt –, löst das bei uns Eltern oft etwas aus:

  • Erschöpfung: Weil alles mehr Energie und Kraft kostet. Jede Übergabe, jeder Einkauf, jeder Termin, jede Alltagssituation.
  • Selbstzweifel: „Was mache ich falsch? Warum klappt das bei den anderen so leicht? Was ist mit meinem Kind falsch?“
  • Hilflosigkeit: Wie kann ich mein Kind in seiner Besonderheit gut begleiten, was kann ich sagen, um es zu stärken? Darf ich meine Gefühle zeigen?
  • Einsamkeit: Das Gefühl, dass Freunde oder die eigene Familie nicht verstehen, warum man nicht „einfach mal konsequenter“ sein kann.

Ich möchte Dir heute eines sagen: Deine Gefühle sind valide.

Es ist anstrengend. Es ist ein „dickeres Brett“, das Du bohrst als viele andere um Dich herum. Vielleicht bohrst Du auch bei einem Deiner Kinder besonders doll. Du leistest emotionale Schwerstarbeit, während Du gleichzeitig versuchst, den Alltag zu jonglieren.

Warum sich das Bohren lohnt

Ein Kind, das sich in seiner Einzigartigkeit intensiv zeigt, sprengt oft auch unsere eigenen Grenzen – aber genau darin liegt ein großes Geschenk. Diese Kinder zwingen uns, genauer hinzusehen, bewusster hinzuhören, geduldiger zu werden, nochmal neu zu denken und bedingungslose Liebe neu zu definieren.

Sie sind oft die, die die Welt später mit anderen Augen sehen. Die besonders empathisch, kreativ oder durchsetzungsstark sind, wenn sie als Kinder nicht in ein Korsett gezwängt werden, permanent angepasst und „normal“ sein zu müssen.

Du bist genau die richtige Person für diese Aufgabe. Auch wenn Du Dich heute vielleicht nicht so fühlst und auch wenn es herrlich wäre, hier ein Team an Heinzelmännchen zu haben, denen Du diese Aufgabe delegieren könnten. Du gibt den Raum für eine kleine oder auch schon größere Person, die die Welt ein bisschen intensiver spürt als der Rest.

    Mein Impuls für Dich heute

    Nimm Dir einen Moment, tief durchzuatmen. Schau Dein Kind an – jenseits der Anstrengung und der Sorgen. Da ist Dein Kind, das gerade durch Dich lernt, sicher zu sein und sich selbst kennen und lieben zu lernen, um dann sein vollen Potential entfalten zu können. Und auf dem Weg wird es Mist machen, hinfallen, Dich ärgern, wieder aufstehen, von anderen nicht verstanden werden, Mut fassen, weitergehen.

    Du bist unter Vielen nicht alleine und am liebsten würde ich Euch regelmäßig zusammen holen, damit Ihr als Eltern der besonders dicken Bretter Euch austauschen und voneinander lernen könnt! Lust?

    Hast Du Lust auf einen Austausch unter Gleichgesinnten?
    Schreib mir gerne kurz, ob Du Dir ein Treffen vorstellen könntest, wo sich Eltern austauschen, von einander lernen und sich damit immer sicherer im Umgang mit ihren „besonderen“ Kindern fühlen.

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