Pippi Langstrumpf

Manchmal zweifele ich an mir selbst…

Und mein RATSCHLAG-Monster feiert eine Party!

ich muss Dir heute etwas gestehen: Manchmal sitze ich abends auf dem Sofa und zweifle ernsthaft daran, ob ich selbst überhaupt lernfähig bin.

Als Elterncoach erkläre ich täglich, wie wichtig es ist, Kindern Raum für eigene Lösungen zu geben. Und als Mutter? Da scheitere ich an manchen Tagen krachend an meinen eigenen Ansprüchen.

Vor ein paar Wochen habe ich einen Satz gehört, der mich seitdem nicht mehr loslässt:

„Wenn Du immer gleich eine fertige Lösung lieferst, kommen die Leute irgendwann nur noch mit Problemen zu Dir.“

Das gilt für so viele Lebenslagen (im Job, in der Großfamilie, bei Freunden) und eins zu eins auch für uns Eltern. Doch mein Alltag sieht oft so aus: Mein Kind kommt frustriert von der Schule nach Hause, jammert über die Hausaufgaben oder ein Problem mit Lehrern oder Freunden – und in Millisekunden springt in meinem Kopf das an, was der Autor Michael Bungay Stanier so treffend das „Ratschlag-Monster“ (Advice Monster) nennt.

Mein Gehirn rattert los, will den Frust sofort wegbügeln und spuckt ungefragt einen Tipp nach dem anderen aus. Ganz ehrlich? Manchmal tarne ich meine Ratschläge sogar besonders hinterlistig als Pseudo-Frage: „Wie wäre es denn, wenn Du einfach mal…?“ Kennst Du das?

Dieses Monster meint es so gut, aber es funkt uns dazwischen:

  • Es macht uns müde: Wir laden uns den Stress auf, für alles die Antwort haben zu müssen und schnell wieder alles gut haben zu wollen – und wundern uns, warum wir uns so ausgelaugt fühlen.
  • Es verschiebt die Verantwortung: Wir sind verärger darüber, warum unsere Kinder unselbstständig wirken oder scheinbar „nicht mitdenken“.
  • Es bremst das Kind: Unser Kind hört unbewusst die Botschaft: „Ich kriege das alleine nicht hin. Ich brauche Mami dafür.“ Das schmerzt mich als Mutter am meisten, wenn mir das bewusst wird.

Die gute Nachricht, die ich mir selbst auch täglich vorsage: Kommunikation ist ein Muskel, kein Zustand. Wir dürfen Fehler machen und wir dürfen gemeinsam mit unseren Kindern lernen. Es braucht einfach verdammt viel Geduld mit uns selbst.

Meine persönliche Idee ( oder Ratschlag :-)) für uns beide heute: Wenn Dein Kind das nächste Mal ein Problem hat, atme kurz durch. Schicke das Ratschlag-Monster im Kopf kurz Kaffeetrinken und frage stattdessen: „Was glaubst Du denn, was Dir jetzt helfen könnte?“ „Wie hast Du Dir überlegt, das anzugehen?“ Du wirst staunen, was für großartige Ideen in Deinem Kind stecken, wenn wir Eltern mal kurz den Mund halten. Vielleicht braucht es noch eine Weile, aber es lohnt sich….!

Isabelle

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