USA Werte-Kompass: Gefühlte Spaltung, gelebte Toleranz
Mein persönlicher Erziehungsappell aus New York
Ich schreibe Euch heute mit einer ordentlichen Portion Gänsehaut direkt aus einem Café am Central Park. Es ist ein unglaubliches und doch mulmiges Gefühl: Nach 12 Jahren bin ich zurück an dem Ort, der mich und meine Arbeit so tief geprägt hat.
Hier in den USA habe ich damals meine Selbstständigkeit als Elterncoach gewagt, hier habe ich die so besondere und warmherzige US-Erziehungsexpertin Adele Faber, die diesen Monat 98 Jahre alt geworden wäre und ihrer Tochter Joanna kennengelernt, die mir den Mut gegeben haben, mit Eltern zu arbeiten. Hier fing alles an und wir haben als Familie eine unvergesslich schöne Zeit verbracht.
Während ich hier bin, kommen all die Bilder von damals wieder hoch, unsere damals noch so kleinen Kinder (1,3,5 Jahre) und wir als junge unerfahrene Eltern. Außerdem war da ein einzigartiger „American Spirit“ und das große Denken, dass mich motiviert hat, einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen.
Der „American Way of Parenting“: Ein Blick über den Tellerrand
Als Elterncoach schaue ich heute mit anderen Augen auf die Spielplätze und Schulen hier. Der amerikanische Erziehungsstil ist faszinierend, aber auch ein Spiegelbild seiner Kultur:
- Das „Good Job!“-Prinzip: Hier wird Lob großgeschrieben. Das Ziel? Ein unerschütterliches Selbstbewusstsein. Kinder werden ermutigt, ihre Stimme zu nutzen und stolz auf ihre Individualität zu sein. Wie sich dieser Spirit entwickeln wird, bleibt offen.
- Resilienz & Optimismus: Die „You-Can-Do-It“-Attitüde wird schon im Sandkasten trainiert. Scheitern ist hier kein Stigma, sondern ein Schritt zum Erfolg.
- Helikoptern at its best: Hierzu habe ich gerade vor fünf Wochen einen Newsletter geschrieben. Mir ist hier auf jeden Fall damals das erste Mal aufgefallen, wie es aussieht, wenn Eltern nicht wie in Deutschland beim Spielplatz am Rand auf der Bank saßen, sondern permanent im Einsatz und sogar oben in der Kletterspinne hingen.
Die kritische Seite: Natürlich gab und gibt es Schatten. Wir sehen oft eine „Lob-Inflation“, bei der die intrinsische Motivation auf der Strecke bleiben kann. Zudem ist der Leistungsdruck – oft schon im Kindergarten – enorm. Toll wäre es, wenn wir uns die Kirschen aus allen Nationen picken könnten und daraus eine wunderbare „Best-Off“-Mischung für unsere Kinder machen könnten. Denn auch in Deutschland ist nicht alles tippitoppi.
Amerika heute: Ein Herz mit zwei Seiten
Ich will ehrlich zu Euch sein: Mein Besuch ist diesmal von gemischten Gefühlen begleitet. Wenn ich heute auf Amerika blicke, sehe ich ein gespaltenes Land, politische Spannungen und gesellschaftliche Herausforderungen, die mich traurig machen. Es ist leicht, sich abzuwenden oder ein pauschales Urteil zu fällen.
Aber genau hier liegt unsere Aufgabe als Eltern und Vorbilder: Gerade in der aktuellen Weltlage ist es so wichtig, dass wir nicht in Schwarz-Weiß-Denken verfallen. Wir dürfen kritisch sein, aber wir sollten niemals unsere Offenheit und Toleranz verlieren.
Warum Vielfalt unsere Superkraft ist
Meine Jahre hier und dann auch wieder in Deutschland haben mir gezeigt, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, ein Kind großzuziehen. Die Welt ist bunt, laut und manchmal kompliziert. Wenn wir unseren Kindern vorleben, dass man ein Land, eine Kultur oder eine Erziehungsmethode differenziert betrachten kann, das Gute schätzen und das Kritische hinterfragen kann, dann schenken wir ihnen die wichtigste Fähigkeit für die Zukunft: Empathie.
Mein Credo für mein Reise: Ich möchte offen bleiben. Ich möchte mich nicht abwenden, wir werden hier in diesen Tagen so offen empfangen und erleben Herzlichkeit und Freundlichkeit an jeder Ecke und gleichzeitig möchte ich die Probleme nicht ignorieren.
Lasst uns Brücken bauen, statt Mauern in unseren Köpfen hochzuziehen. Denn am Ende wollen wir alle das Gleiche: Dass unsere Kinder in einer Welt aufwachsen, in der sie sich sicher fühlen und sie selbst sein dürfen.
Ich nehme wieder eine ordentliche Portion „American Spirit“ und viele neue Impulse für mein Elterncoaching, meine Vorträge und Eure Mittwochs-Impuse mit nach Hause. Freut Euch schonmal 😊.
Liebe grüße aus dem Big Apple
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Ich bin Isabelle, Elterncoach, Erziehungsberaterin und 3-fach Mutter.
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