Elternblog: So sag 's meinem Kind -Frau mit Kind am Strand

Ich habe einer Freundin gestern eine Mail geschrieben und folgende Antwort kam zurück:

„Das Leben ist zu schön, um im Urlaub E-Mails zu lesen. Ich antworte wenn ich wieder zurück bin.

There is no rewind button for life.“ (Nam June Paik)

So long & liebe Grüße“

Wow, wenn das mal nicht eine coole Haltung ist. Und das beeindruckende ist, sie zieht es durch und hat bislang nicht geantwortet smile. Beim Lesen des Zitats des Videokünsters Nam June Paik ist mir nochmal bewusst geworden, wie kurz und wertvoll die Zeit ist, die wir mit unseren Kinder verbringen dürfen – da ist kein Rückspuhlknopf!!

In den ersten Wochen ist alles neu und aufregend. Anschließend wird es in den folgenden Jahren körperlich für uns anstrengend, immer parat zu stehen und uns zu kümmern. Es folgt eine Phase des sich eher geistigen Umsorgens der Kinder und kaum genießen wir den Austausch auf Augenhöhe, gehen die Kinder ihren eigenen Weg.

Jede dieser Phasen hat ihren eigenen Charme und möchten wir nicht missen. Doch wenn wir mitten drin stecken, können uns diese Phasen auch mal die Luft zum Atmen nehmen.

Wäre es nicht wunderbar, wir hätten eine Haltung, die uns jeden Tag in all den Turbulenzen bewusst erkennen lässt: Was für ein besonderes Geschenk und Wunder ist es, Kinder zu haben! Und ich weiß, dass viele von Euch das wissen und vielleicht auch schon diese Haltung haben. Seht dies daher als kleine Erinnerung, denn ich möchte Euch mit diesem Artikel ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Ihr die kostbare Zeit mit Euren Kindern, die nämlich rast, aus tiefstem Herzen genießt!

Und das geht am besten mit  L E I C H T I G K E I T.

Damit meine ich
Leichtigkeit im Umgang mit Themen, die uns in der Familie umtreiben,
Leichtigkeit in den Erwartungen an unser Kind und auch an uns selber,
Leichtigkeit in Bezug auf die Erwartungen des Umfelds an uns und vor allem
Leichtigkeit im Alltag und die Freude an Kleinigkeiten.

 

Ja, jetzt denkst Du sicher „Na, die hat gut reden. Wie soll das denn gehen, wenn ich morgens gleichzeitig zwei unausgeschlafene Kinder fertig machen soll, wenn ich selber gerade gefühlt nur eine viertel Stunde nachts geschlafen habe oder wenn die Geschwister sich mal wieder pausenlos in den Haaren haben?“

Nein, diese Situationen im Einzelnen sind hart, da gebe ich Dir Recht. Das erlebe ich täglich selber mit unseren drei Kindern. Ich meine damit, dass wir im Alltag immer mal wieder innerlich einen Schritt zurückgehen können, d.h. wir können uns an den kleinen Momenten erfreuen, die dann in der Summe eine dicke Haut für die vielen anderen Themen schafft.

Hier kommt eine Liste mit 5 Ideen zum Nachdenken, wie Euch das gelingen kann.

 

1. „Ich habe Dich lieb“:

Diesen Satz hört jeder gerne und Deine Kinder allemal. Ich finde es so faszinierend, wie wirkungsvoll allein der Gedanke an den Satz ist, wenn Du Dein Kind siehst. Es hat Einfluss auf Deinen Blick, Deine Zugewandtheit, Dein Zuhören. Versuch´s Mal: Nimm Dir heute einen Moment, wenn Ihr zusammen seid und denke oder sage Deinem Kind, dass Du es lieb hast – am liebsten jeden Tag – und schau was passiert…

 

2. Schnappschuss-Momente:

Jeder Fotograf ist ständig auf der Suche nach einem Schnappschuss, einem guten Moment, den es gilt festzuhalten. Diese Idee kannst Du mit in Deinen Alltag nehmen und mal versuchen, regelmäßig kurz inne zu halten und von schönen Momenten im Kopf Fotos zu machen, sei es, wenn Deine Kinder mal für einen Moment friedlich spielen, wenn „Danke“ kommt, ohne dass Du diesen Satz mit dem Zauberwort sagen musstest, wenn die Sonne scheint und Du Dich für einen Moment ans Fenster stellst und die Wärme genießt, wenn Deine Tochter Dich Abends beim ins Bett gehen umarmt, Du weisst, was ich meine. Und von diesen Schnappschussmomenten gibt es echt viele!

 

3. Kleinlichkeit spaltet, Großzügigkeit verbindet.

Für diese Idee habe ich als Mutter etwas länger gebraucht, bis ich es leben konnte. Dahinter stehen starke Prinzipien, Regeln, Erwartungen etc. Je mehr ich an meinen starken Ideen festhalte und nicht flexibel auf den anderen und seine Verfassung schaue, desto eher gehen wir in den Kampf. Je flexibler ich reagieren, mal Fünfe grade sein lasse und mir dieser Ausnahme bewusst bin und dahinter stehe, desto einfacher wird es.

Kurz: Wenn ich eigentlich die Regel habe, dass meine Kinder Montags Abends immer Baden und eines der Kinder extrem rebelliert, dann ist es nicht immer nötig, den Kampf bis zum Ende auszufechten. Ich kann meinem Kind auch die Möglichkeit geben, am nächsten Tag zu duschen. Das spart Energie und kann Deinem Kind zudem das Gefühl geben, dass seine Bedürfnisse ernst genommen werden. Klar, natürlich nicht jedes Mal, aber ich rede hier davon, dass Du individuell entscheiden kannst, in welche Diskussion Du einsteigst, und wann Deine Kraft nicht dazu reicht.

 

4. Humor verbindet und löst Stress:

Kinder lachen tatsächlich rund 400-mal am Tag (im Vergleich: Wir Erwachsene nur 15-mal)! Daran zeigt es sich bereits, wie wichtig mit Kindern der Humor ist. Fühlen sie sich wohl, lachen sie – das verbindet, schüttet Glückhormone aus und der Tag geht viel leichter.

Wenn Ihr es also schafft, verzwickte Situationen immer mal wieder auf humorvolle Weise zu betrachten und zu lösen, dann helft Ihr Euren Kindern, mit all ihren Gefühlen umgehen zu lernen.

 

5. „Good enough“ ist das beste Motto für mehr Leichtigkeit.

Der britische Kinderpsychoanalytiker Donald W. Winnicott erkannte in den 50er Jahren, dass „zu gute Mütter“ (too good mothers) keinesfalls das sind, was Kinder brauchen. Kinder brauchen auch ein gewisses Maß an Unzufriedenheit für ihre Entwicklung, indem sie nicht überbehütet werden, also ausreichend gute Mütter (good enough), die nicht auf jeden Ruf der Kinder (ausgenommen Babys) eingehen. Die Kinder lernen dadurch auch mit all ihren Gefühlen umzugehen, dies aber in einem geschützten Raum in der Familie.

Schlechte Laune oder genervt sein gehört zu einer Beziehung zwischen Menschen genauso dazu wie wieder vertragen und Kompromisse finden. Kindern, denen nicht alles ermöglicht wird und denen nicht alles recht gemacht wird, lernen auch, sich selbst zu verstehen und dass sie sich auch selber helfen können. Winnicott findet daher, dass die „good enough mother“ der „too good mother“ vorzuziehen ist.

Wenn es den Eltern gut geht und ihr die Leichtigkeit spürt, schwappt das auf die Kinder ganz automatisch über.

Mark Twain hat es großartig zusammengefasst, was ich Euch mit meinem Artikel zum Thema „Leichtigkeit“ mitgeben möchte:

„Das Leben ist kurz! Brich die Regeln, vergib schnell, küsse langsam, lache unkontrolliert und bereue nichts, was dir ein Lächeln geschenkt hat.

In diesem Sinne,

Genieße Deine Kinder, so lange sie noch zu Hause sind!

 

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