Pippi Langstrumpf
  • Wie kannst Du Deine Sommerferien erholsam angehen?
  • Was ist der Schlüssel für eine gute Atmosphäre?
  • Warum ist ein Blick auf Dich selber dabei hilfreich?
  • Warum darfst Du Deine Erwartungen weglassen und auch mal nicht perfekt sein?

Das alles erfährst Du in meinem aktuellen Artikel.

 

Harmonische Bilderbuchfamilienzeit?

Ich weiß, dass einige von Euch bereits die Halbzeit in ihren Sommerferien erreicht haben, bei anderen starten die Ferien noch. So oder so möchte ich Euch heute ein paar Gedankenanregungen mit in diese Zeit geben, die Euch Eltern die hohen Erwartungen an eine möglichst entspannte, erholsame und harmonische Bilderbuchfamilienzeit nehmen können.

Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind, wünschen wir uns doch alle von Herzen eine Bullerbü-Zeit. Nur haben wir da die Rechnung nicht immer mit dem Wirt gemacht. Der Wirt sind unsere Kinder, Partner*innen und alle anderen.

Diese haben meist komplett andere Bedürfnisse als wir in den Ferien. Wenn Kinder z.B. noch kleiner sind, wollen sie am liebsten den ganzen Tag was mit uns machen, spielen, umsorgt werden oder permanent essen. Wenn Sie dann größer werden, sind sie nicht mehr so begeistert über unsere Vorschläge, wie der Tag so aussehen sollte, unsere Ratschläge, was sie tun könnten und hängen am liebsten rum.

Früher oder später kommt dann der große Krach, wenn das Eis nicht die richtige Größe hat, der Streit um den richtigen Sitzplatz im Auto ausgetragen wird oder das Mäkeln am Essen kommt.

Da platzt nicht nur den Kindern, sondern auch uns der Kragen.

  • Was können wir tun, um als Familie eine gute Zeit zu haben?
  • Wie können wir auch für uns eine Erholung mit aus den Ferien nehmen?
  • Was können wir tun, damit die Kinder fröhlich sind?
  • Wie können wir den Familienfrieden aufrecht halten?
  • Wie können wir alle Wünsche in der Familie erfüllen?

Merkt Ihr schon, wie allein bei diesen Fragen der Druck steigt, dass die Verantwortung auf unseren Schultern liegt?
Warum können die Kinder nicht einfach mal kooperieren und dann wäre alles gut?
Oder ist es doch unser hoher Anspruch an das Verhalten der Kinder, sind das unsere hohen Erwartungen an friedliche Ferien?

Die Lösung könnte doch ganz leicht sein: Einfach in den Tag leben und schauen, was passiert? Naja, so leicht ist das auch nicht.

Nach ein paar Tagen wird klar, dass sich die Ferien nicht selbst-, sondern eher fremdbestimmt anfühlen.
Was ist denn jetzt eine Lösung?

 

Ein Hoch auf die Atmosphäre

Das ultimative Gemeinrezept gibt es nicht, es steckt eher in Dir selber. Je mehr wir uns bewusst sind, dass wir uns den Druck hier ganz alleine machen, desto leichter können wir ihn auch wieder loslassen. Denn die Kinder erwarten nicht von uns, dass wir sie rund um die Uhr bespaßen.

Kinder wünschen sich vor allem eine gute Atmosphäre.

Denn dadurch entsteht ein Boden für gemeinsame Ideen oder das Vertrauen und die Sicherheit, sich alleine zu beschäftigen.

Hm, gute Atmosphäre, das geht doch auch nicht auf Knopfdruck, denkst Du jetzt vielleicht? Ja, das stimmt. Allein aber der Gedanke daran, was wir für eine gute Atmosphäre beitragen könnten, hilft schon. Worauf Du in den kommenden Wochen achten könntest, ist ein regelmäßiger Blick auf Dich.

  • Wie geht es mir gerade?
  • Was brauche ich gerade?
  • Wie kann ich das bekommen und mich dabei weiterhin im Kontakt mit den anderen wohlfühlen?

Und wenn Du hier Deinen Fokus legst, geht es mit all den anderen Themen schon viel leichter. Wenn wir unseren Blick hauptsächlich auf die anderen legen, was könnten den anderen gefallen, was brauchen sie jetzt, wie kann ich für gute Stimmung sorgen, kosten uns das viel Energie.

Wenn wir uns um uns kümmern, dass wir genügend Schlaf bekommen, gut essen und um freie Zeit bitten, ein Buch zu lesen, spazieren zu gehen oder Zeit mit der*m Partner*in oder mit Freund*innen zu haben, gibt uns das Energie.

Schaffe Transparenz

Wenn es mal nicht so gut möglich ist und die Stimmung kippt, dann kommuniziere es Deiner Familie wie es Dir geht und was bei Dir gerade los ist. Dies tun wir viel zu selten, da wir uns darum bemühen, dass die anderen wieder gut drauf sind. Transparenz ist wichtig für gegenseitiges Verständnis.
Wie das am besten klappt, habe ich Dir in ein paar Beispielsätzen aufgeschrieben.

Mir ist es gerade zu laut. Wenn Ihr weiter toben möchtet, macht dies bitte draußen. Ich möchte hier jetzt in Ruhe lesen.“

„Ich sehe, dass Du mit mir jetzt Zeit verbringen möchtest. Ich möchte jetzt gerne mit Mami 15 Minuten reden. Such Dir schonmal ein Buch und einen gemütlichen Platz aus, dann werde ich zu Dir kommen, wenn ich mit meinem Gespräch fertig bin. Jetzt ist unsere Zeit.

Ich bin sauer, weil ich nicht gehört werde. Ich brauche Hilfe beim Aufräumen und erwarte von Dir, dass Du mir sagst, wann Du mir helfen wirst.“

Ich höre, dass Du hungrig bist und der fordernde Ton stört mich. Da wir gerade gefrühstückt haben, gibt es wieder heute mittags etwas Warmes zu Essen. Du kannst Dir gerne bis dahin einen Apfel oder eine Reiswaffel nehmen.“

Ich möchte so nicht genannt werden, das verletzt mich. Ich merke, dass Du sauer bist, weil ich Dir xyz nicht erlaube. Du kannst es mir besser so sagen: „Ich bin sauer weil….“ Dann können wir drüber sprechen und gemeinsam eine Lösung finden.

Bei allem, was Du Deinen Kindern sagst, bleib besser bei Dir, nutze ICH-Botschaften, rede von Deinen Gefühlen und was Du brauchst und erwartest. Für ein gutes Miteinander vermeide besser Vorwürfe, Anschuldigungen oder Befehle und biete Deinem Kind Alternativen an.

5 Ideen und Lesetipps möchte ich Euch noch auf den Weg in die Ferienzeit geben:

 

  1.  Ich bin nicht perfekt und arbeite auch nicht daran

    „Selbst die besten Eltern machen jeden Tag 20 Fehler, das ist völlig normal. Man muss nur dazu stehen.“ Sagt der dänische Erziehungsguru Jaspar Juul, dem es so wichtig war, den Eltern den Druck zu nehmen, immer gut sein zu müssen. In meinem Blogartikel „Warum Eltern niemals perfekt sein dürfen“ habe ich Euch hierzu spannende Erkenntnisse zusammengetragen:

  2. Jeden Tag ein klitzekleiner Spaßmoment:

    Tue mindestens eine Sache am Tag mit Deinen Kindern, die Euch Spaß bringt – sei es
    – gemeinsam durch den Gartensprenkler laufen,
    –  Fangen spielen,
    – wenn es darum geht, schnell ins Bett zu gehen,

    – sich alte Fotos anschauen,
    – in eine Zitrone beißen und gemeinsam das Gesicht verziehen,
    – Kleidertausch versuchen

    Was wirklich zählt, ist das Gefühl des Sommer und nicht was wir großes unternommen haben. Das schaffen auch kleine Dinge…

  3. „Du bist toll“

    Ich habe eine Freundin, die ihre Kinder einfach in allem toll findet – bewundernswert! Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Passion sie das in jeder Hinsicht lebt. Sie bewundert alles, was sie tun und hilft ihnen mit dieser Einstellung auch aus schwierigen Situationen.
    Mal ehrlich: Wir kennen doch alle diese Momente, in denen wir unsere Kinder zum Mond schießen könnten? Und das ist mehr als verständlich.
    Ich denke immer mal wieder an die Haltung meiner Freundin und wie ich diese gerade in turbulenten Momenten mit meinen Kindern leben könnte. Es macht einen Unterschied, mit welcher Haltung wir unseren Kindern begegnen. Auf eine „Du bist toll“-Haltung!

  4. Das Gute an der Langeweile.

    Verhilf Deinem Kind einen gesunde Beziehung zum Thema ZEIT zu finden. Lass Langweile zu. In meinem Blogartikel „Warum Langeweile gut für Kinder ist“, beschreibe ich Euch, wie wichtig Langeweile für Kinder ist und vor allem, wie Ihr sie aushalten könnt.

  5. Gestaltet am Ende der Ferien ein kleines Sommerfotoalbum,

    um die schönen Momente festzuhalten. Das geht ganz einfach, indem Du zu einer Drogeriekette gehst, Dein Handy an die Sofortfotodruckmaschine anhängst, 20 Bilder auswählst und druckst, ein kleines Album dazukaufst und zu Hause gemeinsam einklebst. Ein toller Abschluss für eine gemeinsame Zeit.

Das Gefühl des Sommers ist wichtiger als die Aktivitäten selber!

Ein Hoch auf das schöne Gefühl des Sommers!
Ein Hoch auf eine erwartungsfreie Zeit!
Ein Hoch auf die Atmosphäre!

Du. Ich. WIR – 3.wöch. Elternpaarworkshop
14. – 28. Sept. 2022

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Gemeinsam mit meiner Kollegin Jelena habe ich einen Online-Workshop für Elternpaare konzipiert. Hier könnt Ihr Euch als Eltern gemeinsam zu Themen der Erziehung Eurer Kinder austauschen und wie Ihr beide an einem Strang ziehen könnt. Entdeckt Eure gemeinsamen Stärken und meldet Euch hier an.

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Isabelle von Abendroth - elternworkshops & coaching

Ich bin Isabelle, Elterncoach und 3-fach Mutter.

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